Musikalische Vesper - der klangvolle Monatsbeginn

Seit fast einem Vierteljahrhundert gibt es den schönen Brauch einer Musikandacht am ersten Samstag eines jeden Monats um 18 Uhr in unserer Emmauskirche. Unzählige, meist junge Musikerinnen und Musiker haben hier mit alten und neuen Instrumenten, oder ihrer Stimme die Werke der verschiedensten Komponisten aus der Zeit von J.S. Bach bis in unsere heutige Zeit vorgestellt. Dabei war Freude am Wiederhören ebenso möglich, wie Staunen beim Neuhören, Kennen- und Schätzen lernen von bisher Ungehörtem.

Auch wenn die Musik aus der Barock-Bauzeit unserer Kirche ganz besonders mit unserem Gebäude harmoniert, zeigt sich immer wieder, dass sowohl Alte wie auch Neue Musik wunderbar hineinpassen. Als Beispiel für moderne Musik seien hier aus dem vergangenen Jahr die beiden Gitarrenabende mit dem Komponisten Heinz Strobel, sowie das Musikerlebnis: "Vom Klang der Elemente" erwähnt.

Die Organisation der Musikvespern obliegt unserer Kirchenmusikerin Karen Schmitt. Sie stellt jeweils halbjährlich im Voraus ein Programm zusammen, engagiert die Mitwirkenden und musiziert gelegentlich auch selber mit. Das Format der vorgetragenen Musikstücke muss sich in den vorgesehenen Zeitrahmen von etwa einer Stunde, die Größe unserer Kirche und den Umfang der zur Verfügung stehenden Mittel einfügen. So kommen eher kürzere Musikstücke zu Gehör, wie Sonaten, einzelne Musiksätze, Choräle u. ä.

Musikalische Vespern sind Gottesdienste in einer anderen Form. Obwohl hier von der sonst üblichen Liturgie nur Votum und Gebet am Beginn und der Segen am Ende gesprochen werden, muss man häufig nichts entbehren. Die Werke so vieler Komponisten haben sich mit Glaubensfragen und - Themen beschäftigt und ihre Musik findet ohnehin oft leichter als Worte den Weg zu unserem Herzen. Zwischen den einzelnen Musikstücken gibt es zwei kurze Lesungen.

Soweit ich selbst hier die Auswahl treffen darf und die Lesungen vortrage, versuche ich zum Ausklang der Woche beschauliche, heiter oder nachdenklich stimmende Texte zu finden und sie mit Gebet und Segen in Zusammenhang zu bringen. Besonders freue ich mich, wenn sich dies mit dem dargebotenen Musikprogramm zu einer Einheit verbindet.

Als langjährige Besucherin der Musikvespern schätze ich, dass unsere Gemeinde trotz zurückgehender Mitgliedszahlen und seit Jahren zunehmend ausbleibender finanzieller Unterstützung seitens ERV und Landeskirche das Musikleben lebendig erhält.

Als Gottesdienste kosten Musikandachten keinen Eintritt. Es wird lediglich eine Kollekte erbeten, die gewöhnlich recht gut, wenn auch längst nicht kostendeckend ist. Weil es keine sonstigen Zuschüsse mehr gibt, zahlt die Gemeinde aus ihren Rücklagen jedes Jahr eine beträchtliche Summe dazu, damit die Musikvespern auch in Zukunft wie gewohnt durchgeführt werden können.

Im Kirchenvorstand sind wir dazu verpflichtet, verantwortlich mit dem Gemeindevermögen umzugehen und die Ausgabenseite im Blick zu behalten. Dabei müssen wir auch auf die Akzeptanz unserer Gottesdienste und Veranstaltungen achten und sie nach Möglichkeit fördern. Wir halten die Kirchenmusik für einen wichtigen Bestandteil des Gemeindelebens und für eine unverzichtbare Ausdrucksform des Glaubens. Eine Bestätigung dieser Sichtweise kann man neben den Musikvespern derzeit auch am Aufblühen des Gemeindechores beobachten und hören.
Dabei freuen wir uns, wenn unsere kirchenmusikalischen Angebote von der Gemeinde angenommen werden und begrüßen gerne auch Gäste und Besucher aus anderen Stadtteilen und Gemeinden. Lassen Sie sich einladen und kommen Sie um zu erleben wie virtuos junge Künstler und Künstlerinnen musizieren können. Sie freuen sich über unseren Applaus und nehmen ihn als Bestätigung und zum Ansporn. Das gilt im übrigen aus meiner Sicht ebenfalls für den Gesamtumfang der kirchenmusikalischen Arbeit von Frau Karen Schmitt in unserer Gemeinde.

Falls Sie die Musikalische Andacht noch nicht kennen, schauen und hören Sie bei nächster Gelegenheit doch einfach mal in die Emmauskirche hinein und lassen sich dort mit anspruchsvoller Musik auf den Sonntag einstimmen.

Monika Ilkenhans


Wenn auch Ihnen die Kirchenmusik in unserer Gemeinde wichtig ist, nehmen wir gerne Ihre Spende auf dem Konto der Gemeinde (bitte Stichwort "Kirchenmusik"angeben) entgegen:

Bankverbindung: KtoNr. 410 20 70, BLZ 520 604 10,
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